Roggenschrotbrot

Wieder ein Stück auf dem Weg zum Selbstversorger. Naja, so ganz ist das ja nicht selbstversorgt, Getreide baue ich keines an. Aber mir geht es ja nicht darum, nicht in der Schweiz einzukaufen, sondern, relativ unabhängig vom Markt zu leben. Das hat nichts mit dem Standort Schweiz zu tun, sondern ich würde es genauso versuchen, wenn das Milchhüsli mit den selben Bedingungen in Deutschland stünde. Wir leben hier in einem Weiler, mit 4 Häusern, deutlich abgegrenzt von den nächsten Dörfern/Städle. Um einzukaufen, muss ich ein Verkehrsmittel benutzen, oder etwa 20 Minuten laufen. Also wenn was ausgeht, kann ich nicht mal schnell in den Laden nebenan, sondern muss mich schon etwas organisieren. Ich finde, da liegt nahe, diese „fast“ Marktunabhängigkeit auszuprobieren. Ist ja immer temporär begrenzt.
Ich backe mein Brot ja schon länger selber, zumal ich hier einen genialen Backofen habe. Italienisches Gerät. Da sieht man mal wieder. In Deutschland habe ich einen neuen Backofen, Brot backen kann ich da drin nicht – wird nix – geht nicht richtig auf. Ich kann machen, was ich will. Hier hab ich einen einfachen italienischen Backofen. Der bringt die Hitze her, bäckt super Brot und geile Pizza.
Bis jetzt habe ich hier schon Seelen, Ciabattini, Zwirbelbrot, Schweizerbrot und auch Baguette gebacken, aber nur Weißbrot oder wie Zwirbelbrot – Fertigbackmischungen befriedigt mich ja gar nicht. Also habe ich jetzt das Projekt „Brotbacken“ gestartet. Wobei sich das jetzt nicht nur auf einfache Hefebrote begrenzt, ich habe auch Weizen- und Roggensauerteig angesetzt. Gut – den Weizensauer habe ich schon länger angesetzt, braucht man ja auch für Ciabattini.
Wir haben bei uns ja auch eine Mühle, in der ich alles an Getreide in jeglicher Form zu bester Qualität bekommen kann. Also habe ich mich so richtig eingedeckt. Ich habe mir auch ein Booklet geschrieben, mit vielen Rezepten, die ich in der nächsten Zeit ausprobieren und ggf. modifizieren möchte.

ergibt 3 Brote mit einem Durchmesser von etwa 15 cm, ich backe sie im Holzring.

250g mittelgrober Roggenschrot
1 1/2 Würfel frische Hefe – oder 2 Beutel Trockenhefe
2 Tl Grafschafter Goldsaft – Zuckerrübensirup
400g Weizenmehl
2 Tl Meersalz

Schrot in eine große Rührschüssel geben, mit 1/2 l heißem Wasser übergießen und ca. 1 Stunde quellen lassen.
Hefe, etwas lauwarmes Wasser und Rübensirup verrühren. Mehl zum Schrot geben, eine Mulde eindrücken. Hefe eingießen, mit etwas Mehl vom Rand verrühren, 15 Minuten gehen lassen. Eine geschmeidigen Teig kneten, 2 Tl Salz mit einkneten. Zugedeckt an einem warmen Orte ca. 30 Minuten gehen lassen.
Teig nochmals durchkneten, in drei Portionen teilen. Mit bemehlten Händen zu runden Teiglingen formen. Auf mit Backpapier belegte Bleche in die Holzringe legen, mit Wasser bestreichen. Zugedeckt etwa zu doppelter Größe aufgehen lassen.
Backofen auf 200° Ober – und Unterhitze vorheizen. Eine Metallschale auf dem Backofenboden mit erhitzen. Unmittelbar nach dem Einschieben der Brote eine Tasse Wasser in die Schale im Backofen gießen, so dass Dampf entsteht. Teiglinge auf der mittleren Schiene im Backofen 25 – 30 Minuten knusprig backen. Auskühlen lassen.
Es ergibt schöne Frühstücksbrote, die mit Butter und Marmelade richtig gut schmecken. Auch am nächsten Tag sind sie noch schön saftig. Ich bewahre sie in Brotsäckchen auf, da halten sie schön frisch.

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